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Altgriechisch lernen und im Studium davon profitieren

Mit den sogenannten "toten Sprachen" Latein und Altgriechisch will sich heute kaum ein Schüler mehr freiwillig beschäftigen. Für bestimmte Studiengänge können sie aber das Zünglein an der Waage bilden.

Die alten Sprachen, die auch gerne "tote Sprachen" genannt werden, erfreuen sich bei Schülern heutzutage keiner großen Beliebtheit mehr. In manchen Bundesländern stehen Latein, Altgriechisch oder Hebräisch sogar bei den Gymnasien kaum noch auf den Lehrplänen. Dabei sind diese Sprachen für viele Studiengänge nach wie vor unentbehrlich. Niemand kann sich ein Medizinstudium ohne Lateinkenntnisse vorstellen. Und auch viele weitere populäre Fächer erfordern das Wissen über die alten Sprachen. Kein Jurist absolviert ein Studium, ohne jemals mit Latein in Berührung bekommen zu sein.

Altgriechisch hilft aber gerade in Fächern, wo man es auf den ersten Blick nicht erwartet. Natürlich ist es für jeden Theologen eine Grundvoraussetzung, ohne die man große Teile des Studiums und auch des weiteren Berufslebens nicht erfolgreich bestreiten kann. Aber auch Geschichtswissenschaftlern, gerade denen, die sich mit der Antike beschäftigen, erleichtert das Altgriechische das Leben erheblich. Den Musikwissenschaftlern geht es nicht anders. Die Philologen, also jene Wissenschaftler, die eine oder mehrere Sprachen im Fokus ihrer Studien haben, können ebenfalls sehr oft ohne zumindest Grundkenntnisse über das Altgriechische nicht zufriedenstellend arbeiten. Denn die Einflüsse, die diese auf unsere modernen Sprachen hatte, sind nicht zu unterschätzen. Besonders den Romanisten und Germanisten, von den klassischen Philologen ganz zu schweigen, hilft das Altgriechische sehr.

Da an den meisten Gymnasien Altgriechisch als Unterrichtsfach nicht mehr angeboten wird, fehlt vielen angehenden Studenten eine wichtige Voraussetzung für ihr Studium. Abhilfe kann man aber schaffen, in dem man das Graecum, also jene Prüfung, die umfassende Kenntnisse der altgriechischen Sprache bescheinigt, an der Universität der Wahl nachholt. Hier muss man allerdings in zwei bis maximal drei Semester soviel Altgriechisch lernen, wie Schüler in bis zu fünf Jahren Griechischunterricht erarbeitet haben. Wenn Altgriechisch auch einfacher zu lernen ist als beispielsweise das Lateinische, sind der Lernaufwand und die Prüfungen dennoch nicht ohne.

Wenn man also ein Studium plant, bei dem man schon von vornherein absehen kann, dass Altgriechischkenntnisse hilfreich sind oder gefordert werden (man sollte immer die Zugangsvoraussetzungen für die einzelnen Studiengänge sorgfältig lesen), empfiehlt es sich, im Zweifelsfall entsprechende Kurse an Sprachenschulen oder auch an den Volkshochschulen zu besuchen. Hier wird der notwendige Stoff in kleineren Einheiten und über einen längeren Zeitraum als in der Universität erarbeitet. Auch die Volkshochschulen bieten dann die Graecumsprüfung an. So kann man sich gerade zu Studienbeginn eine Menge Zeit und Aufwand ersparen. Wer ein gutes Sprachgefühl mitbringt und vielleicht auch schon über Kenntnisse der lateinischen oder einer modernen Fremdsprache verfügt, wird keine größeren Schwierigkeiten haben, das Altgriechische zu lernen.