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Planzliches Beruhigungsmittel statt "Chemiekeule"

Wer unter Schlafstörungen, Nervosität oder depressiven Verstimmungen leidet, muss nicht direkt zu verschreibungspflichtigen Beruhigungsmitteln aus der Apotheke greifen. Heilkräuter bringen oft schonende Hilfe.

Viele Menschen leiden aus den verschiedensten Gründen unter Schlaflosigkeit, Nervosität oder gelegentlich depressiven Verstimmung. Um den Alltag trotzdem problemlos meistern zu können, greifen viele zu Beruhigungsmitteln. Diese sind aber in der Regel verschreibungspflichtig und bringen oft schon bei kurzzeitiger Einnahme eine Reihe von nicht unerheblichen Nebenwirkungen mit sich. Gerade bei Beruhigungsmitteln ist häufig die Gefahr einer Abhängigkeit gegeben. Bei akuten Beschwerden liegt es daher näher, zunächst auf pflanzliche Alternativen zurückzugreifen. Diese sind über Jahrhunderte bewährt und wesentlich verträglicher als die meisten Beruhigungsmittel.

Das wohl bekannteste und beliebteste Hausmittel unter den Beruhigungsmitteln ist der Baldrian. Baldrian gibt es sowohl als Saft, Kapsel oder Tabletten, als auch als Tee und wird besonders gerne bei Stress oder Schlafstörungen eingenommen. Als Tee findet man ihn häufig in Verbindung mit Hopfen und Lavendel. Die Auswahl an beruhigenden und entspannenden Tees ist vielfältig. Hier werden auch die Blüten der Passionsblume oder Johanniskraut verarbeitet. Melissentee ist ein weiteres beliebtes Mittel, dass nicht nur generell entspannend wirkt. Melisse hat auch positive Wirkungen auf einen verstimmten Magen, genauso wie Kamille. Die Behandlung mit Johanniskraut wird gerne bei schwerer Nervosität und depressiven Verstimmungen angewandt. Allerdings kann es bis zu drei Monate dauern, bis man erste Zeichen der Besserung wahrnimmt. Eine Johanniskraut-Therapie ist daher in der Regel auf mindestens ein halbes Jahr angelegt. Meistens wird diese Art der Therapie von Fachärzten der Homöopathie in die Wege geleitet, da diese auch entsprechend überwacht werden muss. Zeigt das Johanniskraut auch nach mehreren Monaten keine Wirkung, muss eine andere Medikation erwogen werden. Außerdem muss man bei Johanniskraut mit der Einnahme anderer Medikamente besonders vorsichtig sein, da der Wirkstoff der Pflanze die Wirkung anderer Präparate beeinträchtigen oder verändern kann. Menschen mit heller Haut können in der Zeit der Behandlung zu Lichtempfindlichkeit neigen.

Ebenfalls entspannende und leicht beruhigende Wirkung hat der wohlschmeckende Roiboostee. Da er sehr gut verträglich und schonend ist, ist er sogar für Babys und kleine Kinder bedenkenlos geeignet. Dieser Tee kann auch in größeren Mengen getrunken werden und ist in jedem Supermarkt, auch aromatisiert, erhältlich.

Allerdings sollte auch die Einnahme von beruhigenden Tees oder pflanzlichen Beruhigungsmitteln kein Dauerzustand sein. Denn auch ein planzliches Beruhigungsmittel kann bei Überdosierung oder falscher Anwendung schädlich sein. In diesem Fall sollte ein Facharzt aufgesucht und die Ursache der Beschwerden behandelt werden. Auch können gerade bei pflanzlichen Präparaten in seltenen Fällen Unverträglichkeiten in Form von allergischen Reaktionen auftreten. Auch hier sollte ein Arzt aufgesucht und die Einnahme des entsprechenden Mittels unmittelbar eingestellt werden.